Geldautomaten

Hier könnte der Stoßseufzer stehen "Früher war das alles mal einfacher" ;-)

Kartensymbole
girocard Maestro CirrusVPAY

Eingesetzt werden können an deutschen Geldautomaten in erster Linie deutsche girocards (früher: ec-Karten) oder für den GA zugelassene Kundenkarten. Außerdem können in der Regel ausländische Bankkarten eingesetzt werden, die das Maestro-Logo oder das Cirrus-Symbol tragen. Deutsche Karten, die das Maestro-Logo tragen, können weltweit an allen Geldautomaten eingesetzt werden, an denen das Maestro- oder Cirrus-Logo angebracht ist. Karten mit VPay Logo funktionieren im EU Ausland an Automaten mit VPAy (und idr Visa) Akzeptanz.
Cirrus ist ursprünglich ein Geldautomatensystem; Maestro ist weltweit vertreten, allerdings mit Schwerpunkt auf Europa bzw. POS-Einsatz. In der Markendarstellung wird mittlerweile das Maestro-Logo in den Vordergrund gestellt. VPay ist Visas europäische Debitkartenmarke, die die nationalen Verfahren (zB in Deutschland girocard) mit der europäischen VPAY Akzeptanz auf Basis einer EMV-Chipkarte mit PIN Autorisierung verbindet.

Viele Banken lassen an Ihren Automaten auch Abhebungen mit Kreditkarten zu. Welche im einzelnen freigeschaltet sind erkennt man durch einen Aufkleber am Automaten oder das entsprechende Kartensymbol auf dem Bildschirm.

Nun zu den Entgelten:

In der Regel sind Verfügungen an Geldautomaten der eigenen Bank kostenlos. Ggf. werden natürlich die normalen Buchungsposten berechnet, manche Banken erstatten aber sogar pro Abhebung einen bestimmten Betrag! Ziel ist hierbei wohl, die Kasse zu entlasten oder verkleinern zu können.

Neu ab 15.1.2011 ist, daß der Preisaufkleber am Geldautomat (vorübergehend) zurückkehrt (Ziel ist ein zu bestätigender Hinweis auf dem Display), der dem Kunden sagt, was er für die Abhebung mit einer deutschen girocard bezahlen muß. Dieses neue direkte Kundenentgelt vereinnahmt der Automatenbetreiber. Die Privatbanken haben sich auf eine Obergrenze von 1,95 EUR/Abhebung für Fremdkunden festgelegt. Seitens der anderen Bankengruppen gibt es hierzu keine Ankündigung, man kann aber nach dem erbitterten Streit der Vergangenheit annehmen, daß das Kartellamt die Preisentwicklung im Auge behalten wird.
Fazit für den Kunden: Häufig wird eine Fremdverfügung für ihn günstiger, er zahlt den Preis nur jetzt direkt an den Automatenbetreiber. An Standorten ohne viel Konkurrenz oder an solchen, die kostenintensiver zu betreiben sind, dürften die Kundenentgelte eher über dem Durchschnitt liegen.

Einen auszugsweisen Vergleich nach Regionen gibt es z.B. grafisch aufbereitet externbei Biallo.

Geldautomatenverbünde

Einige Banken haben sich zusammengeschlossen oder abgesprochen, um einheitliche Konditionen bieten zu können. Zur Zeit sind das nach meiner Kenntnis folgende :

Abhebungen im Ausland

Die günstigste Möglichkeit, sich im Ausland Geld zu besorgen ist in der Regel die, mit der Maestro-/ec-Karte an den Geldautomaten zu gehen. Vor der Abreise das Preisverzeichnis seiner Bank studieren oder nachfragen!

Die Deutsche Bank hat einen weltweiten Verbund zur kostenlosen Abhebung mit Bank of America (USA), Barclays (UK), BNP Paribas (FR), Scotiabank (CA), Westpac (AU) sowie zT Niederlassungen dieser Partner.
HypoVereinsbank Kunden können in Italien die Automaten der Mutter UniCredit kostenfrei nutzen.

Mit der Kreditkarte im Ausland an Geld zu kommen ist in der Regel nicht ganz billig. Ein gängiger Satz ist hier für GA-Verfügungen 2% vom Abhebungsbetrag, mindestens 5,11 EUR, zuzüglich Entgelt für Auslandseinsatz. Auch hier gilt wieder: Nachfragen oder Kreditkartenbedingungen studieren.

Zur Bargeldbeschaffung im Ausland siehe auch den Beitrag Sortenbeschaffung im Bereich Auslandszahlungsverkehr.


Kleiner historischer Ausflug zu den innerdeutschen Entgelten:

Für Abhebungen bei Automaten anderer Banken im Inland galt früher die einfache Regelung Mindestens 4,-DM oder 1% vom Abhebungsbetrag. Dann haben allerdings die Sparkassen diese Vereinbarung Ende der 1990er) gekündigt. Begründung war, man wolle nicht den zahlreichen Direktbanken die eigene, zumal teure, Automaten-Infrastruktur so billig zur Verfügung stellen. Das ganze eskalierte dann noch zusätzlich, als zum Beispiel die Deutsche Bank die Gebühren für Abhebungen Ihrer Kunden an die Sparkassen zurückbelastete. Zwischenzeitlich sperrten sogar manche Sparkassen ihre Automaten komplett für Kunden der Deutschen Bank und der Bank 24!
Seitdem herrschte leider ein bißchen "Wildwuchs" und man mußte bei Abhebungen an fremden Automaten unbedingt den Aufkleber mit den Preisen studieren.
Und als wenn das nicht schon kompliziert genug gewesen wäre: Im Rahmen der EU-Preisverordnung mussten die kartenausgebenden Banken ihren Kunden auch die Preise für Fremdabhebungen im Inland vorab mitteilen. Um hier nicht draufzulegen haben die meisten kartenausgebenden Banken die Sätze entsprechend nach oben angepaßt (denn was die automatenbetreibende Bank der kartenausgebenden berechnet kann diese ja vorher nicht wissen). So konnte es also sein, daß die fremde Bank intern nur 2 EUR belastete, die eigene Bank aber 4 EUR für Fremdverfügungen nahm und die Differenz selber vereinnahmte.


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