Kartenarten

Folgende Kartenarten gibt es seitens der Banken:

  • Kundenkarten der Kreditinstitute
  • ec-Karte
  • GeldKarte
  • Kreditkarten
    • Debit Card
    • Charge Card
    • Credit Card

Die Kundenkarten wurden von den Banken früher in der Regel am Anfang einer Kontoverbindung ausgegeben, oder wenn die Funktionen einer ec-Karte nicht gewünscht war (durch Scheckgarantie-Funktion ergab sich effektiv ein Kreditrisiko) bzw. eine solche nicht ausgegegeben werden konnte (Minderjährige, mangelnde Bonität, Kontoinhaber keine natürliche Person). Auch nachdem die ec-Karte als Marke und die Scheckgarantie wegfielen, hält sich aber umgangssprachlich der Begriff ec-Karte für jede Art von Bankkarten hartnäckig.

Als Basisfunktion kann man mit einer reinen Kundenkarte zum Beispiel den Kontoauszugsdrucker bedienen. Institutsindividuell können auch noch Funktionen wie Bargeldabhebung am Automaten, electronic-cash Zahlung national oder grenzüberschreitend (Maestro), GeldKarten-Chip etc. aufgebracht werden.
Für welche Funktionen eine Karte freigeschaltet ist muß man entweder bei seiner Bank erfragen, oder ggf. aus den aufgedruckten Logos schließen :

girocardKarte ist für Nutzung von girocard (früher: electronic cash) vorgesehen.
MaestroKarte kann für Maestro-Zahlungen benutzt werden. Am Geldautomat kompatibel zu Cirrus.
Weitere Infos zur Maestro Karte
CirrusKarte kann an Cirrus-Geldautomaten genutzt werden.
VPay LogoKarte kann innerhalb Europas mit Chip & PIN bei VPay Akzeptanzstellen genutzt werden.
Mehr zur V Pay Karte.
GeldKarteKarte verfügt über einen GeldKarte-Chip zur Nutzung als Elektronische Geldbörse.
eufiservNur auf Sparkassenkarten. Hinweis auf das Eufiserv Geldautomatennetzwerk europäischer Sparkassen. Kein Zahlverfahren.

Die Kundenkarten der Banken (früher: ec-Karte)

Schon 2001 wurde die Abschaffung der „alten“ ec-Karte eingeläutet, damals wurde aus der ec (eurocheque) Karte die ec (electronic cash) Karte. Die auslaufenden Rechte am blau/roten ec-Logo führten dann zu einer Neukreation: Als neues, einheitliches Logo ist auf deutschen Kontokarten seit Ende 2008/Anfang 2009 das Logo girocard zu finden.

girocard

girocardMit dem girocard Logo wurde eine einheitliche Marke für die deutschen Verfahren electronic cash (Bezahlen mit PIN im Handel) und das Deutsche Geldautomaten System geschaffen. Die Ähnlichkeit zu den bisherigen electronic cash Logos (Tastatur, eingesteckte Karte) ist sicherlich auch sehr bewußt gewählt, um beim Karteninhaber und dem Handel den Wiedererkennungswert zu erhöhen. Da deutsche Debitkarten im Rahmen von EAPS auch in ausländischen Debitkartenverfahren funktionieren, hilft der neutrale Name vermutlich auch bei der Akzeptanz im Ausland.

Die GeldKarte

GeldKarteSie kann, muß aber nicht, als eigenständige Karte ausgegeben werden. In der Regel ist der GeldKarte Chip auf der ec-Karte oder Kundenkarte einer (deutschen) Bank mit aufgebracht. In diesem Fall kann die Karte auch für die Funktion GeldKarte genutzt werden.
Es handelt sich hierbei um eine vorausbezahlte, elektronische Geldbörse, die insbesondere für Kleinbetragszahlungen gedacht ist. Beträge bis insgesamt EUR 200,- können auf den Chip geladen werden und in beliebiger Stückelung bei entsprechend ausgestatteten Händlern, Automaten etc. zur Bezahlung benutzt werden. Als Bargeldersatz liegt hier der Schwerpunkt auf der vereinfachten Abwicklung und der Schnelligkeit der Zahlung. Da es keine Autorisierung der Zahlungen gibt, können verlorene GeldKarten auch nicht gesperrt werden. Genau wie beim Bargeld sind die gespeicherten Beträge im Verlustfall erstmal „futsch“, eine Erstattung ist aber unter gewissen Bedingungen möglich.
Die Volksbanken-/Raiffeisenbanken haben 2014 entschieden, sich bis Ende 2017 aus dem GeldKarte System zurückzuziehen.

girogo_Logo_100x100Zunächst im Rahmen eines Pilots in der Region Hannover, ist die GeldKarte unter dem Label „girogo“ auch kontaktlos einsetzbar.

Die Volksbanken Raiffeisenbanken werden die GeldKarte Funktionalität bis Ende 2017 sukzessive von ihren Karten entfernen.

Kreditkarten

Kreditkartenwurden in der „Urzeit“ einmal als „Travel & Entertainment“-Karten für Geschäftsreisende entwickelt. Heute gehört zu fast jedem Konto eine oder mehrere Kreditkarten dazu und besonders für Leute, die viel reisen, ist die Kreditkarte immer noch die einfachste Art, weltweit zu bezahlen. Die Kreditkarten werden von Banken oder Kreditkartenfirmen in verschiedenen Ausstattungen von „normal“ (Standard, Silber, Classic, …) über „besonders“ (Goldkarte) und „exklusiv“ (World Signia, Platinkarte) bis „super-exclusiv“ (Centurion, Elite, Infinite) herausgegeben. Neben dem Preis ändert sich damit normalerweise das Paket an Zusatzleistungen (Versicherungen, Serviceleistungen, Buchungsdienst, Lounge-Nutzung, Reisen etc.), die mit der Karte verknüpft sind.
Unter dem Begriff „Kreditkarte“ werden normalerweise alle Karten zusammengefasst, die ein Logo einer Kreditkartenfirma tragen. Zu beachten ist, das unter dem Begriff „Kreditkarte“ verschiedene Sachen verstanden werden können, insbesondere hinsichtlich der Abrechnungsmodalitäten gegenüber dem Karteninhaber. Man unterscheidet :

  • Debit Card

    Hierbei handelt es sich um eine Karte, bei der Zahlungen sofort vom Konto (entweder Girokonto oder Guthabenkonto für die Karte) abgebucht werden, wenn die Karte eingesetzt wird. Auch „normal“ erscheinende Karten ohne Zusatz können von der Bank so ausgestattet werden, daß wie bei der Kunden-/ec-Karte direkt das Konto belastet wird.

  • Charge Card

    Der in Deutschland häufigste Fall einer Kreditkarte. Die getätigten Umsätze werden hier gesammelt und gemeinsam (idR einmal pro Monat) fällig. Die gesamte Summe aller getätigten Käufe wird dann auf ein Mal vom Konto abgebucht.

  • Credit Card

    Die „klassische“ Form und besonders in den anglo-amerikanischen Ländern beheimatet. Da man dort so etwas wie einen Dispokredit auf dem Girokonto oft nicht kennt, wird die Karte als Kreditmittel benutzt. Getätigte Umsätze sind ab Entstehungszeitpunkt oder (meist) ab der monatlichen Rechnung zu verzinsen und der Saldo ganz oder in Raten zu begleichen. Auf den nicht bezahlten Teil der Verbindlichkeiten werden Sollzinsen berechnet.

Diese Unterscheidung ist aber nur im Innenverhältnis zwischen Karteninhaber und Kartenausgeber interessant. Der akzeptierende Händler merkt nicht unbedingt, wie die Karte abgerechnet wird. Der Händler bekommt sein Geld auf jeden Fall immer in dem Intervall, das er mit dem Akquirer vereinbart hat.

Die bekanntesten Marken in Deutschland sind VISA und MasterCard. Seltener vertreten sind American Express und Diners Club.

Partnerkarten

EC-Karten und Kreditkarten dürfen nur vom Inhaber benutzt werden. Es ist nicht erlaubt, mit der EC-Karte oder Kreditkarte einer anderen fremden Person zu zahlen. Es ist nicht einmal möglich, bei Nutzung eines Gemeinschaftskontos die EC-Karte des Ehepartners zum Bezahlen zu verwenden. Es muss also eine, meist kostenlose, Partnerkarte erstellt werden. Im Gemeinschaftskonto Vergleich listen wir auf, welche Banken gebührenfreie Partnerkarten ausstellt.