SEPA Cards Framework

Einerseits sind heute schon viele Kreditkarten grenzüberschreitend europa- oder weltweit einsetzbar. Andererseits gibt es eine Vielzahl nationaler Verfahren, die nicht originär, sondern nur über ein Co-Badging (paralleles Aufbringen einer zweiten Akzeptanzmarke) ihre grenzüberschreitende Funktionalität erhalten. So sind deutsche Debit-/Kontokarten neben dem electronic cash Logo auch mit dem Maestro Logo ausgerüstet, wobei Maestro für die weltweite Akzeptanz zuständig ist, während electronic cash bisher ein rein nationales System war.

Im Rahmen des SEPA Cards Frameworks sollen einige Ziele erreicht werden. So soll unter der Maxime "Any card at any terminal" (Jede Karte an jedem Terminal) sichergestellt werden, daß eine in Europa ausgegebene Karte an einem europäischen Terminal einsetzbar ist, egal aus welchem Land Karte und Terminal stammen. Außerdem soll die Sicherheit der Zahlungsabwicklung dadurch gefördert und Mißbrauch zurückgedrängt werden, daß ab 2011 Karten mit einem EMV Chip ausgestattet sind und jede Transaktion mittels PIN-Eingabe bestätigt wird.

In Deutschland hat man als Folge beispielsweise beschlossen, das electronic cash System zu öffnen, so daß auch ausländische Banken Karten mit electronic cash Funktion ausgeben könnten bzw. Terminals mit electronic cash Funktionalität im Ausland anbieten könnten. Da electronic cash bisher magnetstreifenbasiert auf der Spur 3 oder chipbasiert mit einer proprietären Anwendung gearbeitet hat, müssen auch die deutschen Karten und Terminals bis 2011 auf eine Verarbeitung der international genutzten Spur 2 bzw. eine EMV Applikation im Chip umgestellt werden.

Verbunden mit der Internationalisierung von electronic cash wird es zukünftig auch ein neues Akzeptanzlogo geben, das auf neuen Karten und bei neu aufgestellten Terminals genutzt wird: Girocard Logo

EAPS Euro Alliance of Payment Schemes

Neben der Internationalisierung eines Systems ist eine weitere Möglichkeit, nationale Systeme auf Europa auszudehnen, die Kooperation nationaler Systeme, ohne zu einem Co-Badging mit Maestro oder VPay zu greifen. Dieser Ansatz wird von verschiedenen europäischen Betreibern unter dem Namen EAPS Euro Alliance of Payment Schemes verfolgt.

EAPS

VPay

VPayAls dritte Möglichkeit neben den obigen beiden, hat Visa durch die Entwicklung von VPay eine weitere Möglichkeit geschaffen. Karten können entweder als reine VPay Karten ausgegeben werden, oder durch ein Co-Badging mit nationalen Anwendungen, deren europaweite Akzeptanz außerhalb des Herausgeberlandes ermöglichen. VPay ist eine europäische Entwicklung, die speziell den Bedürfnissen des SEPA Raums Rechnung tragen soll und die von vorneherein als sichere Karte mit EMV Chip und verpflichtender PIN Eingabe konzipiert wurde.

Für den Kunden wird sich kurzfristig erstmal wenig ändern. Seine momentane electronic cash/Maestro Karte funktioniert weiter. Die Ersatzkarte, die er bei Ablauf der alten Karte erhält,  wird ggf. neue Logos tragen. Das kann das girocard Logo sein oder VPay. Evtl. bleibt sein Herausgeber aber auch erstmal bei Maestro. ggf. wird es auch abgestufte Modelle geben, bei denen es Karten gibt, die sich am Kundenbedarf orientieren, bei denen der Kunde also je nach gewünschtem Einsatzgebiet seiner Debitkarte die unterstützten Verfahren bestellen kann.


Zurück zur Hauptübersicht oder zur Startseite

Es gelten die Disclaimer

(c) 2007 Christian Bartsch